Blog Artikel
von Mirko Düssel & Co. Kategorie(n): Produktivität

Denkanstoß: Wissensmanagement (Lernende Organisation)

Unabhängig von der Qualität unserer Produkte, Prozesse und Strategien hat in den letzten Jahren vor allem ein Wettbewerbsfaktor an Bedeutung gewonnen: die Fähigkeit schnell zu lernen. Gleichgültig, ob es sich um einen Kleinbetrieb, ein mittelständisches Unternehmen oder einen Großkonzern handelt, derjenige, der es schneller als seine Konkurrenz versteht sich an geänderte Marktanforderungen anzupassen, macht das Rennen.

In den nächsten sechs Wochen werden Sie sich systematisch mit einigen Grundüberlegungen beschäftigen, wie Sie auch in Ihrem Unternehmen, Ihrer Organisation oder für sich selber systematisches Wissensmanagement implementieren.

Viel Erfolg auf diesem Weg wünscht Ihnen
Ihr

Mirko Düssel

PS: Die nachfolgenden Überlegungen sind primär auf Unternehmen ausgerichtet. Sie lassen sich aber genauso gut auf das persönliche Wissensmanagement von Einzel-Personen anwenden.

Erstveröffentlichung: 05.04.2004

Wissensidentifikation – Wenn das Unternehmen wüsste, was es weiß

Bevor Sie daran gehen, Wissen zu managen, ist es erst einmal wichtig zu klären, welches Ihre zentralen Lern- oder Wissensfelder sind. Beschäftigen Sie sich daher eine Woche – jeden Tag etwa 5-10 Minuten – mit den nachfolgenden Fragen. Halten Sie die Antworten schriftlich fest und diskutieren Sie Ihre Erkenntnisse mit Kollegen, Mitarbeitern und Kunden:

  1. Was sind die wichtigsten Wissens- und Lernfelder mit denen sich Ihr Unternehmen beschäftigen muss, um operative Spitzenleistungen zu vollbringen?
  2. Welche Technologien, welches Know-how müssen Sie beherrschen? Was ist das zentrale Basiswissen für Ihr Geschäft?
  3. Welches Wissen ist im Unternehmen prinzipiell verfügbar, aber wenn Sie es benötigen nicht sofort leicht abrufbar?
  4. Wo treffen Sie bei Entscheidungen häufig auf Wissenslücken oder wage Spekulationen?
  5. Welche Wissensbereiche werden von wenigen »Insidern« exklusiv und geheim gehalten (Herrschaftswissen), obwohl es für viele Mitarbeiter nutzbar wäre?
  6. In welchen Wissensbereichen besitzen Sie echte Kernkompetenz? Wo sind Sie Spitze?
  7. Wissen Sie, wer im Unternehmen über welches Spezialwissen verfügt?
  8. Haben Sie Spezialisten für Recherche (Internet, Datenbanken u.ä.), die sich wirklich mit den Suchstrategien auskennen?

PS: Arbeiten Sie unbedingt jeden Tag an Ihrem Wissensmanagement! Nur so können Sie sicherstellen, dass das Neue zu einem festen Bestandteil Ihres Denken und Handelns wird.

Wissensdefinition – Welche Lernfelder bearbeiten Sie?

Auf Basis der Ergebnisse der vergangenen Woche fassen Sie die Wissensbereiche, die für Ihr Unternehmen existentiell sind, zu einer überschaubaren Anzahl strategischer Lernfelder zusammen (max. 5-6).

Definieren Sie jedes Lernfeld. Legen Sie fest, welche Wissensbereiche jeweils abgedeckt werden, wer der verantwortliche Ansprechpartner ist, wie dringend der Handlungsbedarf ist.

Wissensbedarf – Welcher Lernbedarf besteht?

Ermitteln Sie für Ihre Lernfelder den genauen Lernbedarf. Benennen Sie für jedes Lernfeld die Schlüsselfaktoren und für jeden Schlüsselfaktor in welchem Bereich bereits Lernbedarf entstanden ist bzw. zukünftig entstehen könnte.

Wissenserwerb – Wo bekommen Sie das Wissen her?

Sie kennen jetzt Ihre wichtigsten Lernfelder, die dazugehörigen Schlüsselfaktoren und können Aussagen zum jeweiligen Lernbedarf machen. Jetzt beschäftigen Sie sich eine Woche mit der Frage, wo bekomme ich fundierte Informationen zu den Schlüsselfaktoren meiner Lernfelder her?

Denken Sie hierbei an:

  • Fachbücher
  • Fachzeitschriften
  • Verbände, Vereine
  • Seminare, Symposien, Konferenzen und andere Weiterbildungsveranstaltungen
  • Hochschulen Institute
  • Öffentliche Institutionen
  • Unternehmen (Markforschungsinstitute, Hersteller, Dienstleister)
  • Quellen Im Internet

Fertigen Sie eine Liste mit relevanten Informationsquellen an!

Erstveröffentlichung: 05.04.2004

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