Problemlösung und Entscheidungsfindung

Situationen entschlüsseln, Ursachen erkennen, Entscheidungen treffen, Umsetzungsrisiken beherrschen

Systematische Problemlösung, weiterentwickelt nach der Methodik von Charles H. Kepner und Benjamin B. Tregoe sowie der Sensitivitätsanalyse von Frederic Vester.

Moderne Unternehmen brauchen qualifizierte Verfahren, um die Komplexität ihrer Aufgabenstellungen zu bewältigen. Wichtig ist hierbei, Probleme nicht nur situativ in den Griff zu bekommen, sondern deren Ursache zu erkennen und nachhaltig abzustellen, Entscheidungen fundiert vorzubereiten und zu treffen sowie potenzielle Probleme bei der Realisierung der Lösung zu antizipieren und ihnen vorzubeugen. Der vermittelte Ansatz basiert auf der Methode Strukturierte-Problem-Lösung (SPL) und hat sich in mehreren hundert Fällen in Industrie, Dienstleistung und Verwaltung bewährt.

Strukturierte-Problem-Lösung (SPL)

Die Denkwerkzeuge zur Problemlösung und Entscheidungsfindung wurden erstmals von Kepner und Tregoe entwickelt. Grundlage sind eine systematische und strukturierte Vorgehensweise sowie die konsequente Anwendung rationaler Denkprozesse.

Geschichtlicher Hintergrund: 1958 entwickelten Benjamin B. Tregoe und Charles H. Kepner einen systematischen Denkprozess für die Problemlösung und Entscheidungsfindung. Das Werk basierte auf umfangreichen Forschungen und in der Praxis gesammelten Erfahrungen. Damals und (leider) oft noch heute wurden und werden diese Problemlösungsprozesse rein intuitiv oder aus dem »Gefühl« heraus gestaltet.

Nur wenige Führungskräfte gehen bei Problemanalyse und Entscheidungsfindung systematisch vor. Es zeigt sich jedoch gerade bei komplexen Problemen die Notwendigkeit eines strukturierten Vorgehens. Nur so wird gewährleistet, dass sich alle am Lösungsprozess Beteiligten aktiv einbringen und Konsens über Ursachen, Vorgehen sowie Lösungen erzielt wird. Suboptimale und meist kostenintensive Ergebnisse werden vermieden.

Die von Kepner und Tregoe entwickelten Denkprozesse zur systematischen Problemlösung und Entscheidungsfindung strukturieren den Prozess so, dass »bessere«, nachhaltige und nachvollziehbare Lösungen entstehen. Bis zum heutigen Tage wurde die Effektivität und Effizienz der von Kepner-Tregoe entwickelten Methode tausendfach belegt. Große, global agierende Konzerne setzen sie genauso ein wie mittelständische Unternehmen und öffentliche Institutionen.

Vernetzungen berücksichtigen

Viele Vorhaben und Projekte enden – obwohl perfekt geplant – erfolglos. Hauptursache ist meist die Konzentration auf Einzelabläufe, anstatt Gesamtzusammenhänge zu erkennen und zu berücksichtigen. Die Sensitivitätsanalyse von Frederic Vester hilft, Einzelfaktoren eines komplexen Systems in Zusammenhang mit ihren Wechselwirkungen und ihrer Rolle im System zu analysieren und zu verstehen.

Die 1970 von Frederic Vester entwickelte Einflussmatrix (Cross-Impact-Matrix) unterstützt als eigenständiges Werkzeug das vernetzte Denken.

Mit Hilfe der Einflussmatrix werden in komplexen Entscheidungssituationen diejenigen Faktoren ermittelt, die selbst aktiv sind und die anderen Faktoren eines Systems beeinflussen, ohne bzw. nur geringfügig selbst (passiv) beeinflusst zu werden. Bei komplexen Problemen gilt es, diese »wirksamen Hebel« zu identifizieren und gezielt zu verändern.

Ziele des Problemlösungs-Seminars

Das Seminar vermittelt Ihnen systematische Management-Methoden und eine bereichsübergreifende gemeinsame Sprache zur Bearbeitung komplizierter und/oder komplexer Probleme.

Sie definieren und lösen im Unternehmen auftretende Probleme mit den analytischen Denkprozessen (nach Kepner und Tregoe) Situationsanalyse, Ursachenanalyse, Entscheidungsanalyse und der Planabsicherung durch die Analyse potenzieller Probleme.

Weiter werden Methoden zur Situationsanalyse in komplexen Systemen, inklusive der Einflussmatrix (nach Vester) sowie Hinweise zu konkretem Umsetzungsmanagement vermittelt.

Unter anderem werden die Teilnehmer folgende Problemlösungstechniken und Entscheidungsfindungstechniken lernen:

  • Komplexe Situationen zergliedern
  • Prioritäten festlegen
  • Probleme genau definieren
  • Die wahre Ursache eines Problems finden
  • Entscheidungen präzise spezifizieren
  • Konkrete Zielsetzungen für die Entscheidungsfindung  formulieren
  • Alternativlösungen entwickeln und bewerten
  • Risiken abwägen
  • Entscheidungen beurteilen, transparent machen und  präsentieren
  • Potenzielle Probleme/Risiken und Chancen erkennen
  • Maßnahmen ergreifen, um potenzielle Probleme zu verhindern und potenzielle Chancen zu fördern
  • Zeit effizient nutzen

Zielgruppen

Das Seminar eignet sich für Führungskräfte aller Ebenen, Mitarbeiter in Projekten, Projektleiter sowie für alle Mitarbeiter, die an Problemlösungsprozessen und Entscheidungsfindungsprozessen im Unternehmen beteiligt sind.

Die Methoden effektiver Problemlösung bieten sich gleichermaßen für Mitarbeiter aus Produktion, Produktentwicklung, Produktmanagement, Marketing und Vertrieb an und ermöglichen, aufgrund der gemeinsamen Sprache, insbesondere die wirksame funktionsübergreifende Kommunikation und Zusammenarbeit im Unternehmen.

Inhalte des Problemlösungs-Seminars

Die notwendigen Werkzeuge und Tools für die Lösung komplexer Probleme werden nicht nur vorgestellt, sondern mit den Seminarteilnehmern exemplarisch trainiert.

Situationsanalyse (SA)

  • Vorbereitung auf die Problemlösung: Probleme klassifizieren
  • Situationen erkennen, auflisten, präzisieren, gliedern
  • Situationen unter Berücksichtigung von Bedeutung, Dringlichkeit und Tendenz priorisieren
  • Auswahl der Denkwerkzeuge

Ursachenanalyse (UA)

  • Beschreibung der Abweichung (Differenz zwischen IST und SOLL)
  • Erweiterte Problemanalyse: Abweichungsanalyse, Die 5 W's, Phoenixcheckliste
  • Besonderheiten IST und IST-Nicht
  • Veränderungen analysieren
  • Hypothesen entwickeln und testen

Entscheidungsanalyse (EA)

  • Ziel festlegen: Mindestanforderungen an Ziele, Hauptprobleme von Zielen im Unternehmen
  • Muss-Kriterien und Auswahlkriterien festlegen
  • Erarbeiten von Lösungsalternativen
  • Prüfen und Auswählen der Alternativen
  • Ermitteln der »besten« Lösung
  • Risikobewertung (Eintrittswahrscheinlichkeit, Gefährdungspotenzial) – Sicherheitskoeffizient oder Risikokennziffer ermitteln
  • Endgültige Entscheidung

Analyse potenzieller Probleme und Chancen (APP)

  • Kritische Planteile
  • Denkbare Ursachen (Wahrscheinlichkeit, Tragweite)
  • Potenzielle Probleme im Vorfeld minimieren (vorbeugend die wahrscheinlichen Ursachen, schadenbegrenzend die wahrscheinliche Wirkung)
  • Eventualmaßnahmen

Analyse komplexer Situationen mit der Einflussmatrix (EM)

  • Voneinander abgegrenzte Faktoren ermitteln
  • Wechselwirkungen gewichten
  • Aufzeigen der gegenseitigen Abhängigkeiten, Erkennen von Beeinflussungsmöglichkeiten der Einflussfaktoren, Ermitteln der aktiven und passiven Erfolgsfaktoren
  • Konzentration auf aktive Faktoren
  • Aktivitätenplan erarbeiten

Effektives Umsetzungsmanagement (UM)

  • Checkliste Planumsetzung
  • Der Umsetzungsprozess
  • Wie Sie Menschen dazu bringen, Ihnen zu folgen
  • Problemlösungen überzeugend »verkaufen«: Sechs Schritte zum Präsentationserfolg, Tipps für eine gelungene Präsentation

Exkurs: Ideenfindung (IF)

  • Was ist Kreativität?
  • Hinweise zur Ideengewinnung
  • Kreativitätstechniken für die Praxis

Trainings-Methoden

Interaktiver Methoden-Mix zur Entwicklung von Fach- und Methodenkompetenz: Strukturierter Dialog, Erfahrungsaustausch, Moderation, interaktive Kurzvorträge, Übungen und Selbsttests, Checklisten, Fallstudien, Mini-Interventionen zur Bewusstmachung und Verhaltensänderung.

Die Teilnehmer wenden bereits während des Seminars die Methoden an ihren eigenen Aufgabenstellungen an und profitieren vom Trainerfeedback.

Noch Fragen?

Mein Name ist Merlin Müllers.

Ich bin Ihr Ansprechpartner bei Fragen. Rufen Sie mich an oder senden Sie mir eine E-Mail.

  +49 2131 65544
 muellers@duessel.com

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