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Auch wenn die Entscheidung schwer fällt, seien Sie ehrlich. Welche Kunden oder Kundengruppen leisten den größten Beitrag zu Ihrem Erfolg? Auf welche Kunden und Kundengruppen werden Sie sich zukünftig konzentrieren? Auf welche werden Sie nach und nach verzichten?
HinweisAuch wenn es zunächst schwer erscheint auf Kunden zu verzichten: Weniger ist .mehr! Ihre Ressourcen sind begrenzt. Und am meisten können Sie erreichen, wenn Sie sich auf die Erfolg versprechendste Zielgruppe konzentrieren. Sie vermeiden so die Verzettelung an zu vielen »Fronten«. Was wollen Ihre Kunden wirklich? | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Qualität aus Sicht des Kunden (materiell und immateriell) ist im Idealfall die »100%-ige Erfüllung der Kundenerwartungen«. Wenn von 100%-iger Erfüllung der Kundenerwartungen gesprochen wird, so mit Grund. 100%-ig, weil weniger den Kunden nicht dauerhaft zufrieden stellt.
.mehr als 100% wäre eine unerwünschte Übererfüllung. Unerwünscht deshalb, weil entweder dem Kunden etwas in Rechnung gestellt wird, was er nicht möchte. Oder die ».mehrleistung« wird nicht bezahlt und somit bei der Erstellung der Leistung Verschwendung von Mitteln und Ressourcen betrieben. Beispiele hierfür sind Telefone, HiFi-Geräte, Videokameras, Küchen- oder Industriemaschinen mit Funktionen, die der Anwender niemals nutzt.
In der Praxis wird der Idealwert »100%« kaum exakt zu erreichen sein, da ideelle, zum Teil unbewusste Erwartungen nicht eindeutig quantifizierbar sind. Mit Hilfe qualitativer Methoden ist es jedoch möglich, näherungsweise aussagekräftige Analysen durchzuführen.
Diese Kundenerwartungen genau zu analysieren, sie eventuell zu beeinflussen und sie dann zu befriedigen ist die Herausforderung.
Der erste Schritt ist das Beantworten der nachfolgenden Fragen für Ihre wichtigen (A-) Kunden. Machen Sie also eine Liste mit den wichtigen Kunden aus der vergangenen Woche und versuchen Sie die nachfolgenden Fragen gewissenhaft zu beantworten.
Geben Sie die Antworten aus der »Sicht Ihres Kunden« und beachten Sie, dass die meisten Entscheidungen und Einschätzungen nicht rational-bewusst sondern eher emotional-unbewusst getroffen werden.
Stärken
Was können wir jederzeit besser als unsere Konkurrenz?
Präferenzstrategie
Welche Gründe können wir unserem Kunden geben, unsere Produkte beziehungsweise unser Unternehmen vorzuziehen?
Einzigartiges Nutzenargument
Mit welchem größeren beziehungsweise andersgearteten Nutzen können wir das bewirken? (Differenzierung)
Entscheidungskriterien
Nach welchen Kriterien entscheidet sich unser Kunde unter den am Markt angebotenen Produkten?
Kaufentscheidende Vorteile
Welche Merkmale sind Kauf entscheidend?
Relevanter Vorteil
Wie können wir gerade in diesem Bereich einen besonderen Vorteil bieten?
Wenn Sie die vorhergehenden Fragen nicht beantworten können oder erhebliche Schwierigkeiten haben, sollten Sie zuvor nach Wegen suchen, Ihre Kunden besser kennen zu lernen. (Befragungen, Gruppendiskussionen mit »Lead-Usern«, Workshops mit Außendienst und anderen Mitarbeitern mit Kundenkontakt, etc.)
Wenn Sie auf die Fragen der vergangenen Wochen Antworten gefunden haben, geht es nun den entscheidenden Schritt weiter. Erarbeiten Sie für Ihre Kunden oder bestimmte Kundengruppen eine klare Positionierung. Diese Positionierung dient der Hervorhebung Ihres Angebotes im Bewusstsein Ihrer (potentiellen) Kunden und gleichzeitig der Abgrenzung von Angeboten des Wettbewerbs.
Finden Sie für Kauf entscheidende Merkmale einen (höchstens zwei oder drei) konkrete Vorteile, die Sie zukünftig bei Marktbearbeitung und Kundenbetreuung in den Vordergrund stellen. Diese Positionierung soll zukünftig der Inbegriff dessen werden, was Sie für den Kunden repräsentieren. Hiermit werden Sie sich im Bewusstsein Ihres Kunden verankern und von allen Wettbewerbern unterscheiden!
Beispiele für konkrete Positionierungen:
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Bleiben Sie aber nicht bei den genannten Allgemeinplätzen. Konkretisieren Sie Ihre individuelle Positionierung für Ihre Zielgruppe, für Ihr Angebot. Und wenn bestimmte Positionierungen bereits von Wettbewerbern besetzt sind, finden Sie ein anderes Merkmal.
Nochmals: Entscheidend ist nicht, überall »ganz gut« zu sein. Erfolg wird derjenige haben, dem es gelingt sich mit einem relevanten Kriterium eindeutig im Bewusstsein des Kunden zu positionieren.
Wie lautet Ihre Positionierung? Wofür stehen Sie? Womit grenzen Sie sich von Ihrer Konkurrenz ab? Weswegen werden Ihre Kunden Sie »lieben«? ...
Für die Antwort haben Sie wieder eine Woche Zeit.
Die optimale Positionierung zu finden ist ein langwieriger Prozess. Sie werden anfangen, kritisch hinterfragen, Erfahrungen sammeln, Modifikationen vornehmen, usw. Fangen Sie daher jetzt an!
Nachdem Sie jetzt Ihre Soll-Positionierung kennen, sollten Sie sorgfältig prüfen, wo und in welchen Bereichen Ihre zukünftige Positionierung von Ihrer gegenwärtigen abweicht.
Ermitteln Sie für die jeweiligen Merkmale Ihrer Positionierung die Abweichung zwischen Soll und Ist und priorisieren Sie Ihren Handlungsbedarf. Führen Sie diese Analyse für jede Zielgruppe separat durch!
| Wie stark weicht Ihre heutige Positionierung von Ihrer angestrebten Neupositionierung ab? | ||||
|---|---|---|---|---|
| Merkmal/Kriterium | Handlungsbedarf (Abweichung) | |||
| O | + | ++ | +++ | |
| Angestrebter Bekanntheitsgrad in der Zielgruppe Imagemerkmale Produkteigenschaften Servicemerkmale Preiselemente Vertriebspolitik Kommunikationsmaßnahmen | ||||
| O + ++ +++ | = = = = | |
Entwerfen Sie einen Maßnahmenplan, um Ihren Marketing-Mix auf die angestrebte Neupositionierung auszurichten!
| Merkmal | was ist zu tun | wer tut es | bis wann |
Sie kennen jetzt Ihre Kunden, Sie wissen was Ihre Kunden wirklich wollen und Ihre Positionierung ist Ihnen vollkommen klar, Sie wissen sogar was Sie als Nächstes tun müssen. Ausgezeichnet! Wenn Sie diese Vorarbeiten geleistet haben, wissen Sie wahrscheinlich .mehr, als Ihre Wettbewerber.
Es reicht aber nicht aus, zu wissen. Sie müssen auch tun. Fangen Sie sofort an, die Dinge, die Sie in der vergangenen Woche aufgeschrieben haben, umzusetzen. Machen Sie nicht alles auf einmal! Aber fangen Sie ab morgen an, alles was Sie notiert haben nach und nach umzusetzen. Wenn Sie an irgend einer Stelle feststellen: »Es funktioniert nicht so, wie ich es erwartet habe!« Kein Problem. Irren, erkennen und modifizieren gehören zum Lernprozess, wie Salz in die Suppe. Es ist normal und selbstverständlich.
Jedes Mal, wenn Sie an einem solchen Punkt ankommen, sollten Sie sich fragen: »Was hat nicht funktioniert? Wie muss ich mein Vorgehen modifizieren, um den gewünschten Erfolg zu erzielen?« Und dann tun Sie es! Wiederholen Sie diese Schritte so lange, bis Sie erreicht haben, was Sie wollten. Ich bin sicher, Sie werden es schaffen.
Viel Erfolg hierbei wünscht Ihnen
Ihr
Mirko Düssel
| Anmerkungen | |
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Version 2, 12.06.2003, 12.04.2006
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